In der heutigen Welt verliert man leicht den Bezug zur Natur. Doch gerade jetzt sollte ein Umdenken stattfinden. Das setzt voraus, dass die Menschen sich mit der Umwelt auseinander setzen - sich für ihre Zusammenhänge interessieren. Mit einem Naturnahen Garten führen Sie sich und Ihre Kinder wieder an die Natur heran.
Es ist uns wichtig, Sie dabei zu unterstützen, um Ihnen die Gelegenheit zu geben Ihren Garten dekorativ und trotzdem sinnvoll zu gestalten, um den darinlebenden Tieren und Pflanzen eine bestmögliche Umgebung zu bieten.
Der wichtigste Grundsatz lautet: Machen Sie sich so wenig Arbeit wie möglich!
Wichtig dabei ist immer, dass der naturnahe Garten dabei nicht unordentlich aussehen muss. Beete mit den richtigen Pflanzenarten können - ebenso wie eine Blumenwiese - naturnah und ein Genuss für das Auge sein. Lassen Sie Teile Ihres Gartens wachsen. Unterstützen sie die natürlichen Prozesse und arbeiten Sie nicht gegen die Natur.
Hecken: Sie sind Nist- und Schlafgelegenheit, bieten durch dichten Bewuchs am Boden Schutz und dienen als Nahrungsquelle für die verschiedensten Tiere. Für Sie kann die Heke als Sichtschutz, Grundstücksgrenze und als Windschutz dienen. Außerdem schützt sie den Boden durch Taubildung und Schneeablagerung vor Austrocknung.
Wiese: Neben dem Genuss fürs Auge stellt die Blumenwiese unter anderem eine Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge dar. Vögel finden Spinnen und Würmer, die zwischen den Pflanzen leben. Sie können abends den Grillen beim Zirpen oder Igeln und Spitzmäusen lauschen, die durchs hohe Gras huschen.
Trockenmauer: Sie eignet sich z.B. um ein Hochbeet einzufassen. Sie sieht durch ihre natürlichen Spalten und die Unregelmäßigkeit gut aus und bietet viel Lebensraum für Insekten und andere kleine Tiere. Außerdem siedeln sich in den Ritzen Pflanzen an, die der Mauer zusätzliche dekorative Eigenschaften verleihen.
Zwei von unzähligen Tierarten, denen Sie mit einem Naturnahen Garten einen Gefallen tun, sind z.B. Schmetterlinge und Marienkäfer. Eine weitere große Gruppe sind die Wildbienen.
Die Nahrungsquellen der Schmetterlinge schrumpfen durch Flurbereinigung und Düngung immer mehr. In Nutzgärten sind die Raupen der Schmetterlinge nicht gern gesehen, doch vertreiben Sie sie nicht gleich mit chemischen Mitteln. Raupen dienen z.B. Vögeln oder Kleinsäugern als Nahrung.
Beispiele für Schmetterlingsarten, deren Raupen von bestimmten Nahrungspfanzen abhängig sind:
Kleiner Fuchs, Admiral, Tagpfauenauge: Brennesseln (bevorzugt frische Triebe).
C-Falter: Große Brennessel, Ulme, Hopfen, Salweide, Hasel, Stachel- und Johannisbeere.
Schwalbenschwanz: Ausschließlich Doldengewächse, besonders Möhre, Wiesenkümmel, Kleine Bibernelle, Pastinak, Petersilie, Dill.
Marienkäfer sind richtig große Läusevertilger. Ein Käfer kann pro Tag bis zu 600 Blattläuse fressen, seine Larven bis zu 400. Durch Schädlingsbekämpfungsmittel wird den Marienkäfern und ihren Larven nicht nur die Nahrungsquelle entzogen, sondern es können auch ganze Bestände vergiftet werden. Nach dem Winterschlaf machen die Marienkäfer sich auf Nahrungssuche, wobei nicht nur Blattläuse, sondern auch Schildläuse, Spinnmilben, Wanzen, Käfer, Wespenlarven, Schmetterlingslarven und Pollen auf dem Speiseplan stehen.
Ihr naturnaher Garten bietet nicht nur Platz für Tiere und Pflanzen sondern auch für den Gemüseanbau. Das hat den Vorteil, dass Sie ihr eigenes Gemüse gedeihen sehen und ernten können. Zudem wissen Sie ganz genau was Sie essen.
Sie können außerdem Obstbäume pflanzen. Durch fachmännischen Schnitt können Sie den Wuchs gut unter Kontrolle halten. Die Pollen dienen den Larven der Wildbienen als Futtervorrat. Gleichzeitig gewährleisten die Bienen die Bestäubung der Blüten. Im Sommer können Sie dann die reifen Früchte ernten, während im Herbst dann die abgefallenen Früchte dem Admiral als Nahrung dienen. Die Rinde beherbergt eine Vielzahl an Kleintieren, die den Vögeln im Winter als Futterquelle dienen. Die Erde unter den Obstbäumen können Sie mit Laub abdecken, in dem z.B. Marienkäfer überwintern können.